Winfried Mall

Diplom-Heilpädagoge (FH)

Praxisbegleiter in Einrichtungen der Behindertenhilfe

Wichtiger Baustein meiner beruflichen Qualifizierung war der Akademiekurs der Diakonischen Akademie Stuttgart zur Qualifikation als Praxisbegleiter in Einrichtungen der Behindertenhilfe.

Dauer:

Juni 1986 bis Dezember 1988

Ziel:

  • MitarbeiterInnen aus Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in ihren Arbeitsteams (z. B. einer Wohngruppe) zu begleiten und sie nach dem inhaltlichen und methodischen Konzept von Prof. Dr. Werner Haisch (Kath. Stiftungsfachhochschule München) zu qualifizieren.

Schwerpunkte:

Die tatsächlichen Schwerpunkte im Prozess der Praxisbegleitung ergeben sich aus den aktuellen Bedürfnissen des Teams und der Einrichtung.

  • Personale Aspekte:
    • Formen lebenspraktischer Gewohnheiten, insbesondere Arbeitsstile
    • Formen der Erhaltung des Selbstwertgefühls
    • Fragen der Sinngebung und des persönlichen Engagements
    • Erarbeitung des "persönlichen Stils" für jeden Mitarbeiter
    • persönliche Stellungnahme und gegebenenfalls Modifikation des "persönlichen Stils"
  • Interaktionale Aspekte:
    • Voraussetzungen und Funktionen gelingender Kooperation
    • Formen der Konfliktaustragung im Rahmen kooperativer Zusammenhänge
    • Zustandsbeschreibung (Analyse des eigenen Arbeitsbereichs in seiner Kooperation)
    • Einübung alternativer Interaktionsstile
    • Einrichtung neuer Gestaltungsformen im Team
    • aktuelle Konfliktaustragung
  • Fachlich-pädagogische Aspekte:
    • pädagogische/psychologische Fragen der Pflege/Erziehung und Bildung
    • Bearbeitung pädagogischer, psychologischer, pflegerischer Einzelfragen
  • Strukturale Aspekte:
    • Form des Arbeitsplatzes und ihr Zusammenhang zur Organisationsstruktur in einer sozialen Organisation
    • Konfliktquellen in sozialen Organisationen
    • Grundlinien der Durchführung organisationsbezogener Arbeit
    • Arbeitsplanung
    • Formen der Verhandlungsführung/Diskussionsführung/Öffentlichkeitsarbeit
    • Zustandsbeschreibung des Arbeitsbereichs im Rahmen der Gesamtorganisation
    • Abgrenzung "notwendiger" von veränderungsfähiger Belastungsquellen
    • Erarbeitung und Durchführung organisationsbezogener "Projekte"
    • Aufbau von und Mitarbeit in neuen Gestaltungsformen in der Einrichtung

Grundsätze

Die Praxisbegleitung ...

  • ... ist an der Alltagssprache und der Alltagserfahrung ("Gebrauchstheorie") orientiert und legt so besonderen Wert auf die Verfügbarkeit für die konkrete berufliche Praxis.
  • ... enthält Elemente der Beratung, der Fortbildung und der Bearbeitung struktureller Gegebenheiten des Arbeitsalltags.
  • ... zielt durch Übertragung von Sachkompetenz auf die Eigenverantwortung des Arbeitsteams.
  • ... erfolgt bei "natürlichen" Arbeitsgruppen, also bei MitarbeiterInnen, die im beruflichen Alltag zusammen arbeiten.
  • ... setzt bei den MitarbeiterInnen an der Basis an und kann sich - je nach Gegebenheiten - von da aus auch auf die anderen Organisationsebenen und die organisations-strukturellen Bedingungen beziehen.
  • ... erfolgt durch einen externen Begleiter, der nicht in die eigene Organisation eingegliedert ist.
  • ... erfolgt zeitlich befristet (z.B. über 1 Jahr) in nicht zu dichten Abständen (z.B. 1 x monatlich für 3 Stunden).

Ausbildung

  • Jede TeilnehmerIn führte während des Kurses Praxisbegleitung bei Mitarbeitern einer Einrichtung der Behindertenhilfe durch.
  • Zur Supervision der Praxisbegleitung nahm jede TeilnehmerIn an Gruppensupervisionssitzungen  teil.
  • Es wurden verschiedene Aspekte der Praxisbegleitung schriftlich bearbeitet.
  • Die Ausbildung wurde durch ein Abschlusskolloquium abgeschlossen und mit einem Zertifikat beurkundet.


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